Australien
Reisen

Work and Travel + Roadtrip in Australien – ein Erfahrungsbericht

Für Nils war schon immer klar, dass er einmal nach Australien möchte. Nach seinem Abitur 2018 hat er sich diesen Traum dann erfüllt. In seinem Erfahrungsbericht erzählt er von seinen Erlebnissen und redet auch über die negativen Seiten. Was bei der Wahl des Getränks zu beachten ist und ob wirklich nur 18-Jährige Deutsche in Australien reisen, erfahrt ihr hier

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Der Traum von Australien

Heute geht es um das absolute Klischee. Wie kann man die Zeit zwischen dem Abi und dem nächsten Schritt überbrücken? Mit einer Backpack-Reise in Australien natürlich! Was euch bei so einer Reise erwartet, gerade wenn ihr sie komplett selbstständig organisiert, erfahrt im folgenden kurzen Reisebericht.

Für mich war seit ca. meinem 7. Lebensjahr klar, dass ich den roten Kontinent bereisen will. Keine noch so hohe Anzahl an Touristen und kein giftiges Tier nahmen mir den Reiz an diesem Land. Sicherlich gibt es etliche Alternativen, da die Welt und das Leben viel zu bieten haben, aber warum eine Australienreise gerade mit dem Auto auch für dich infrage kommt, erzähle ich dir jetzt!

Wie bereite ich meine Australienreise vor?

Aber erst einmal zur Planung. Keine spontane Wanderlust sollte ohne zumindest ein gewisses Maß an Planung erfolgen!

Es ist bei der Einreise verpflichtend, umgerechnet mindestens 3070 Euro vorweisen zu können (Stand: 2018). Dies macht auch sonst Sinn, da man im Zweifelsfall nicht direkt einen Job bekommt. Deshalb solltet ihr am besten schon im Voraus einen vernünftigen englischen Lebenslauf parat halten. Von einem ,,Backpack“ rate ich persönlich eher ab. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass er sowieso die meiste Zeit im Hostel, in der Wohnung oder im Auto liegt, er oft nur als Sperrgepäck aufgegeben werden kann und unpraktisch ist, was die ,,Greifbarkeit“ der Sachen angeht. Einen normalen Koffer finde ich deutlich besser geeignet. Wichtig ist außerdem eine Auslandskrankenversicherung und ggf. ein paar Impfungen. Dies sollte aber mit dem Hausarzt besprochen werden. Falls man nicht arbeiten möchte, sollte der Geldpuffer natürlich noch einmal um ein Vielfaches höher sein. Wie hoch genau, kommt auf den Lebensstil an. Aber dazu später mehr.

Grob war es das fast schon an Planung. Denn es geht hier eben auch darum, die Komfortzone zu verlassen. Tipps, wie nicht zu viele Klamotten mitzunehmen verstehen sich von selbst. Eine Empfehlung meinerseits wäre auf jeden Fall noch eine gute Kamera oder GoPro.

Wie bereise ich Australien am besten?

Es gibt verschiedene Reisemöglichkeiten durch das Land. Reisebusse, Autovermietungen usw. Möchte man aber die komplette Schönheit des Landes genießen und an die entlegensten Orte gelangen, kommt man nicht darum herum, sich selbst ein Auto zuzulegen. Hier würde ich zu einem Geländewagen (4×4) raten, da man abseits der Straße mit normalen Autos schnell am Ende ist. Die Marken Toyota und Nissan haben sich hier bewährt! Zu den Kosten später mehr. Die Autos lassen sich bequem und günstig ausstatten, sodass man vergleichsweise eine sehr komfortable Schlafmöglichkeit erhält und der Verkauf ist im Regelfall sehr einfach. Es gibt wenige Dinge, die mehr Spaß machen als mit einer Truppe von tollen Menschen in seinem rollenden Wohnzimmer durch Flüsse, über Strände und endlose Highways zu fahren!

Wo finde ich Arbeit in Australien?

Australien ist ein wirtschaftlich extrem starkes und hoch entwickeltes Land. Und das überträgt sich auch auf die Jobsituation für Backpacker. Nach meiner Erfahrung sind vor allem Deutsche eine der am höchsten geschätzten Gruppen in den meisten klassischen Jobs für Backpacker. Aushilfen und Arbeiter*innen werden deshalb oft überall gesucht. Die Devise ist hier: offen und freundlich sein und v.a direkt anrufen, nicht erst einen langwierigen Mailverkehr starten.

Sydney hat einen der größten Booms im Baugewerbe weltweit. Der beste Ort zum Arbeiten und starten generell ist deshalb mit Abstand Sydney. Bei Jobs im Baugewerbe werden allerdings häufig nur Männer angestellt. Die Ansprüche an Kellner*innen und Barkeeper*innen sind erfahrungsgemäß extrem hoch und Jobs rar. Dafür ist das sog. ,,pick packing“ eine gute Möglichkeit, schnell an Geld zu kommen. Hier werden in Lagerhäusern kleinere und leichtere Gegenstände sortiert, dies zu einem guten Lohn. Dieser kann gut und gerne Richtung 20 Euro die Stunde gehen (vor einer fünfzehnprozentigen Steuer). Aber auch Au-pair und Farmarbeit bieten sich an, um das Reisebudget aufzustocken. Bei der Farmarbeit sollte man allerdings eine gewisse Vorsicht vor Betrügereien walten lassen. Gerade die Regionen im Norden (v.a Bundaberg, Cairns und Tully) werden hier oft genannt. Wie in jedem anderen Land auch ist natürlich gerade für junge Frauen in einigen Situationen Vorsicht bei zwielichtigen Arbeitgebern geboten.

Highlights und Schwierigkeiten meiner Reise nach Australien

Mögliche Schwierigkeiten ergeben sich natürlich beim Reisen in Bezug auf verschiedene Dinge. In meinem Fall versuchte ein Mechaniker einmal, mir zu erklären mein Auto hätte nach mehrmaligem Überhitzen de facto einen Totalschaden und ich solle es doch zu einem Freund von ihm zum Abwracken bringen. Später stellte sich heraus, dass der Schaden in einer Stunde zu einem Preis von ca. 50 Dollar hätte behoben werden können (was ich einen anderen Mechaniker später auch erledigen ließ).

Auch persönliche Schwierigkeiten mit Mitreisenden oder anderen Hostelgästen, da es sich schlichtweg um einen kulturellen Schmelztiegel handelt, sind nicht auszuschließen. Aber in nahezu jedem Fall ist eben dieser Faktor etwas, das Australien sehr interessant macht. Denn trotz etlicher Deutscher ist das Land bei Weitem nicht so überrannt, wie gerne propagiert wird und man wundert sich immer wieder, wie viele verschiedene Menschen aus unterschiedlichen Flecken der Erde zusammenkommen und wie leer das Land doch manchmal sein kann. Die meisten Menschen, die ich kennengelernt habe, waren übrigens auch keine Post-Abiturient*innen, sondern eher deutlich Ältere, von denen man tendenziell sogar viel lernen konnte. Ich habe in diesem Land eindeutig die besten Freunde gefunden, die ich mir jemals hätte vorstellen können.

Hinzu kommt, dass Australiens Artenvielfalt und Natur kaum zu übertreffen sind. Man hat die Möglichkeit, von einer gemäßigten kühlen Zone, mit teilweise schneebedeckten Bergen innerhalb weniger Tage durch die Wüste in ein tropisches-grünes Gebiet voller atemberaubender Regenwälder zu fahren. Neben Surfen und Party am Strand, endlosen Wanderungen durch die schönsten Nationalparks überhaupt, dem besten Sternenhimmel der Welt und einer ganz besonderen, echten und ungeschönten Art, Leute so kennenzulernen wie sie wirklich sind, gibt es hier jede erdenkliche Option, einfach nur eines der besten Jahre des Lebens zu verbringen.

Für alle Entschlossenen: konkrete Tipps und Kosten einer Reise nach Australien

Zum Abschluss noch eine kleine konkrete Liste über die Finanzen und konkrete Tipps:

Sicherheit: Australien ist und bleibt ein extrem sicheres Land. Trotzdem sollte man die gleiche grundlegende Vorsicht walten lassen wie sonst überall auch. Zwielichtigen Personen im Zweifel aus dem Weg gehen. Dies gilt besonders für abgelegene Campingplätze. Reisen im Outback niemals allein, mit mindestens zwei Autos und ausreichend Wasser. Tipps zum Verhalten vor gefährlichen Tieren finden sich überall im Internet.

Transport in den Städten: Neben Bus und Bahn, immer Uber anstatt Taxi.

Apps und Internetseiten: Jobs: seek, gumtree, indeed und Facebook-Gruppen.

Reisen: Campermate, wikicamps, fuelmap.

Kosten

Autos: Toyota und Nissan, ggf. Mitsubishi und Honda. Je nach Art und Ausstattung schon für 1000 Euro. Viele und günstige Ersatzteile. Für einen vernünftig ausgestatteten Van oder 4×4 ca. 3500 Euro einplanen + Puffer von 1000 Euro für Reparaturen. Seiten zum Kaufen: FB-Gruppen, Carsales.com.au. Auf YouTube gibt es etliche Videos, worauf beim Kauf zu achten ist.

Krankenversicherung: Ca. 360 Euro

Notwendige Dokumente: Ca. 70 Euro.

Visum: Ca. 276 Euro.

Flüge: Zwischen 600 und 1000 Euro.

Hostels: Zwischen 13 und 25 Euro pro Nacht.

Supermärkte und sonstige Geschäfte: Aldi ist hier mit Abstand am günstigsten, Woolworths und Coles haben aber häufiger gute Angebote. Für generelle Ausstattung immer zu kmart tendieren!

Alkohol: Durch hohe Steuern grundlegend sehr teuer. Bei Alkohol daher am besten auf Sonderangebote zurückgreifen oder bei ,,goon“ bleiben (extrem günstiger Wein in Tetrapacks).

Campingplätze: Kostenlos oder zwischen 4 und 12 Euro pro Person und Nacht.

Lebensmittelkosten: Umgerechnet etwa wie in Deutschland. Auffällig teuer sind neben Alkohol (und Tabakwaren) verarbeitete Milchprodukte und, ,,gutes“ Brot, wohingegen Fleisch und etliche Obst- und Gemüsesorten eher recht günstig sind.

Monatliche Kosten: Unter 900 Euro kommt man in so gut wie keinem Fall. Bei durchschnittlicher Lebensweise gut 1000 Euro pro Monat einplanen.

Du hast selbst schon Erfahrungen nach dem Abitur gemacht die anderen helfen könnten und möchtest diese teilen? Egal ob reisen, arbeiten, studieren oder eine Ausbildung: melde dich gerne bei uns per Email unter content@unime.academy, über Whatsapp unter 0163 4442181 oder allen Social Media Kanälen (Links findest ganz oben auf der Seite). Für Gastbeiträge zahlen wir eine Aufwandsentschädigung von bis zu 10€!

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