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La güertia en México- Mein Freiwilligendienst mit kulturweit

Katharina hat 2016 Abitur gemacht und hatte erst nur ein einziges Ziel: ins Ausland gehen, um etwas von der zu Welt sehen. Wie aus diesem Plan ein Jahr in Mexiko mit Kulturweit wurde, bei dem sie unvergessliche Erinnerungen sammeln konnte und Menschen kennengelernt hat, die sie bis heute begleiten, berichtet sie hier.

La güertia en México – Mein Freiwilligendienst mit kulturweit

6.20h Wecker klingeln. Ins Bad sprinten. Als Frühstücksersatz eine Tasse viel zu heißen Kaffee runterkippen. Hetzen, um pünktlich zur ersten Stunde zu kommen. Aufmerksam den Lehrer*innen lauschen. Hausaufgaben. Alles wieder von vorne.

Versteht mich nicht falsch, ich bin immer gerne zur Schule gegangen, war das doch auch ein Ort, um Freund*innen zu treffen, Sachen zu erleben und natürlich spannende Dinge dazuzulernen.

Trotzdem stand für mich schon zu Beginn der Oberstufe fest, dass ich aus dieser Routine, die mein Leben 12 Jahre lang geprägt haben sollte, ausbrechen wollte. Ich hatte das Bedürfnis, das für mich plötzlich so klein erscheinende Berlin zu verlassen und nach jahrelanger theoretischer Wissensaneignung endlich etwas von der Welt zu sehen.

Überangebot und Überforderung

Da ich mit diesem Gefühl nicht allein war und es in unserer vernetzten Gesellschaft kein großes Problem ist, schnell ans andere Ende der Welt zu kommen, war ich zunächst von dem Überangebot von Möglichkeiten, seine Zeit nach dem Abi im Ausland zu gestalten, komplett überfordert. Au-Pair, work-and-travel, Rumreisen?

Die erste Aufgabe, die auf mich zukam war es, zu entscheiden, wie genau ich eigentlich meine Zeit im Ausland verbringen will. Also besuchte ich alle möglichen Karrieremessen und surfte relativ wahllos im Internet, fragte ältere Freund*innen und Mitschüler*innen. Schließlich kam ich zu einem ersten wichtigen Ergebnis: ich wollte einen Freiwilligendienst in einer Einsatzstelle machen, um für 12 Monate einen festen Arbeitsplatz und die Chance zu haben, mit Menschen vor Ort in Kontakt zu kommen.

Nach und nach bezog ich mein gesamtes näheres Umfeld in meine Suche mit ein und durch den Tipp eines Freundes wurde ich schließlich auf das kulturweit-Programm aufmerksam, das  seit 2009 jungen Menschen im Alter von 18 bis 26 Jahren die Möglichkeit bietet, einen Freiwilligendienst für 6 oder 12 Monate in einer Organisation der Auswärtigen Bildungs- und Kulturpolitik und im UNESCO-Netzwerk abzuleisten. 

Lasst euch nicht von einem großen Angebot an Möglichkeiten verunsichern. Macht euch klar, wie ihr eure Zeit im Ausland verbringen wollt. Sucht dann gezielt auf Messen, im Internet und scheut euch nicht davor, Organisationen auch persönlich zu kontaktieren –  meiner Erfahrung nach geben euch alle gerne ausführliche Informationen.

Kulturweit – Mein Schlüssel zur Welt  

Im März 2019 haben bereits 3.939 Freiwillige an kulturweit teilgenommen und 95 % aller Alumni würden den Freiwilligendienst mit kulturweit weiterempfehlen. Da ich in jedem Fall dazu gehöre, hier erstmal ein kleiner Überblick dazu, was es mit kulturweit auf sich hat:

  • Hinter kulturweit steht zum einen die Deutsche UNESCO-Kommission, die das Programm koordiniert und konzipiert. Das Auswärtige Amt unterstützt das Programm im Rahmen der Auswärtigen Bildungs- und Kulturpolitik. Die Partnerorganisationen stellen in ihren Auslandsinstitutionen dann Einsatzplätze zur Verfügung.
  • Partnerorganisationen sind: Deutscher Akademischer Austauschdienst, Deutsches Archäologisches Institut, Deutsche Welle Akademie, Goethe-Institut, Pädagogischer Austauschdienst in Kooperation mit der, Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, UNESCO-Nationalkommissionen und UNESCO-Naturerbestätten
  • Zum Programm von kulturweit gehört eine intensive Begleitung während des Freiwilligendienstes, beginnend mit einem 10-tägigen Vorbereitungsseminar, in  dem sich die Freiwilligen mit zentralen Inhalte für eine Zeit im Ausland wie Post-Kolonialismus, Rassismus und Sexismus auseinandersetzen, einem Zwischenseminar in der jeweiligen Region der Arbeitsstelle und einem Abschlussseminar zurück in Deutschland. Außerdem ist ein Sprachkurs in der jeweiligen Sprache des Einsatzlandes Teil des kulturweit-Programms.
  • Die Freiwilligen erhalten eine große finanzielle Unterstützung: einen Reisekostenzuschuss für Hin- und Rückreise, einen Zuschuss zum Sprachkurs vor Ort, alle Versicherungen werden von kulturweit übernommen und des Weiteren erhält jede*r 200 € im Monat für Verpflegung und Unterkunft und 150 € Taschengeld. Außerdem bleibt der Anspruch auf Kindergeld auch während des Freiwilligendienstes bestehen.
Die Bewerbung

Die Ausreisen von kulturweit finden jährlich am 01.03. und 01.09. statt, die Bewerbung erfolgt allerdings schon ein Jahr vorher! Ich habe mich also bereits in der 11. Klasse über das Online-Portal für kulturweit beworben. Innerhalb der Bewerbung kann man seine Präferenzen für eine Einsatzregion (möglich sind Länder Afrikas, Asiens, Lateinamerika, im Nahen Osten sowie in Staaten Mittel-, Südost- und Osteuropas sowie Ländern der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten) und eine Partnerorganisation angeben.

Mit einer Organisation nach dem Abi ins Ausland zu gehen hat meiner Meinung nach viele Vorteile: man wird z.B. in der Planungsphase unterstützt und hat immer eine*n Ansprechpartner*in. Wichtig ist es natürlich, ein Programm zu finden, das gut zum jeweiligen Interessensgebiet und zur jeweiligen Persönlichkeit passt. 

México lindo y querido

Nach meiner erfolgreichen Bewerbung bei kulturweit wurde mir eine Einsatzstelle im Centro Cultural Alemán in Monterrey, Mexiko vorgeschlagen und nach einem Skype-Interview mit der zuständigen Koordinator*in stand für mich nach einer langen Zeit des Wartens und Hoffens fest: ab September 2016 würde ich für ein Jahr in Monterrey leben und arbeiten.

Die zahlreichen organisatorischen Dinge (Visa beantragen, Impfungen, Flüge buchen, Wohnung vor Ort organisieren) hielten mich bis zu meinem Beginn des Freiwilligendienstes im August neben dem Abi-Stress gut auf Trapp, sodass sich meine Aufregung zunächst in Grenzen hielt.

Erst als ich im Flugzeug saß, bekam ich es langsam mit der Angst zu tun und mir schwirrten tausend Fragen durch den Kopf; wie sich mein Leben in den kommenden 12 Monaten gestalten würde, wie die Arbeit sein würde, ob ich mit der Sprache zurechtkommen würde, ob ich Freunde finden würde.

Es sollte sich bald herausstellen, dass alle meine Sorgen unberechtigt waren. Nach der ersten Eingewöhnung in Monterrey machte mir gerade meine Arbeit als Freiwillige im Centro Cultural Alemán unheimlich Spaß, denn ich wurde in die Planung, Organisation und Durchführung von kulturellen Veranstaltungen intensiv einbezogen  und lernte viel über mich und meine Arbeitsweise und die Eingliederung in ein internationales Team. Natürlich gab es auch Probleme, doch die Koordinatorin vor Ort, kulturweit und meine neugewonnenen Freund*innen waren immer an meiner Seite. An die Sprache gewöhnte ich mir sehr schnell und bis heute freue ich mich darüber, die Möglichkeit wahrgenommen zu haben, mein Spanisch so aufzubessern. Generell bot mir mein Freiwilligendienst auch die Möglichkeit, sehr viel in Mexiko zu reisen und viel von dem Land und seiner vielfältigen Kultur kennen und lieben zu lernen.

Mein Freiwilligendienst hat mich in meiner Entscheidung, Politikwissenschaft zu studieren in jedem Fall bestärkt und meine Lebensplanung massiv beeinflusst, vor einem Monat zum Beispiel war ich im Rahmen meines Pflichtpraktikums wieder in Monterrey und ich plane bald einen weiteren Aufenthalt in Mexiko.

Viele Freund*innen, die ich gefunden habe, begleiten mich bis heute in meinem Leben und die diversen Eindrücke und Erkenntnisse während meines Aufenthalts haben mich als Person auf jeden Fall geprägt.

Um einen Einblick in die Erfahrungen von anderen Freiwilligen zu gewinnen, die in ganz unterschiedlichen Einsatzstellen tätig sind, kann ich euch den kulturweit Blog (www.kulturweit-blog.de) empfehlen, auf dem kulturweit-Freiwillige von ihren aktuellen Einsätzen berichten.

Ran ans Werk!

Der aktuelle Bewerbungszeitraum für einen Freiwilligendienst mit kulturweit ist gerade angelaufen!

Bewerben könnt ihr euch hier: bewerbung.kulturweit.de

Weitere Informationen findet ihr hier:

facebook.com/kulturweit
twitter.com/kulturweit
instagram.com/kulturweit
flickr.com/kulturweit

Oder ihr wendet euch bei Fragen direkt an kulturweit:
Freiwilligendienst kulturweit
Deutsche UNESCO-Kommission
Hasenheide 54
10967 Berlin
Telefon: +49 30 802020-300
E-Mail: kontakt@kulturweit.de
www.kulturweit.de

Du hast selbst schon Erfahrungen nach dem Abitur gemacht die anderen helfen könnten und möchtest diese teilen? Egal ob reisen, arbeiten, studieren oder eine Ausbildung: melde dich gerne bei uns per Email unter content@unime.academy, über Whatsapp unter 0163 4442181 oder allen Social Media Kanälen (Links findest ganz oben auf der Seite). Für Gastbeiträge zahlen wir eine Aufwandsentschädigung von bis zu 10€!

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