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5 Fragen an einen Jura-Studenten

Lucas ist 21 Jahre alt und hat 2016 sein Abi gemacht. Danach hat er eine Ausbildung als Betriebswirt begonnen und erst über einen Zufall zu Jura gefunden, was er mittlerweile im 4. Semester studiert. Was die Serie Suits damit zu tun hat und warum er kein Musterstudent ist, liest du hier.

Welche Alternativen hattest du für die Zeit nach dem Abitur? Warum hast du dich für Jura entschieden? Welche Ressourcen haben dir u.U. bei der Entscheidungsfindung geholfen?

Direkt nach dem Abi habe ich eigentlich geglaubt, zu wissen, was ich machen will. Das war damals gar nicht Jura, sondern ein Duales Studium zum Betriebswirten und Kaufmann bei einer großen Möbelkette.
Allerdings stellte sich bereits in der Probezeit heraus, dass das nichts für mich ist. Glücklicherweise lief parallel dazu in meinem Leben ein Anwaltsmandat aufgrund eines kleineren Autounfalls, bei dem ich mit dem Strafrecht (genauer: Ordnungswidrigkeitenrecht) und dem Zivilrecht in Kontakt kam und auch vor Gericht erscheinen musste. Die Schriftsätze des Anwalts und das Ganze drum herum hat mich witzigerweise einfach sehr an die Sendung Suits erinnert, die ich schon in der Schule wirklich ausgesprochen gut fand. Das war dann auch der Grund, warum mir der Juristenberuf nicht mehr so „trocken“ oder „öder“ vorkam, wie ich mir vorgestellt habe, sodass ich mich dazu entschied, mich durch ein Praktikum bei einem Anwalt zu orientieren. Gesagt, getan – und das Praktikum hat mich sehr motiviert, einmal selbst Jurist zu sein.

Wie sieht ein normaler Uni-Tag für dich aus?

Ich bin wahrlich kein Musterstudent – die Regelstudienzeit von 9 Semestern (soll, wie ich gehört habe, sogar auf 10 erhöht werden) werde ich nicht einhalten können. Das ist aber nicht schlimm, denn glücklicherweise sind wir Studierende in dem, wie wir unser Studium gestalten, sehr frei. Und der Vorteil von Jura ist, dass wir uns auch das Staatsexamen aufteilen können:
Das Staatsexamen besteht aus einem universitären und einem staatlichen Teil. Der universitäre wird von der Uni gestellt und bezieht sich nur auf die gewählte Fachrichtung. Der staatliche wird vom Landesjustizministerium gestellt und bezieht sich auf das sog. Grundstudium, was gemäß der Regelstudienzeit die ersten vier Semester sind.

Die vier darauffolgenden Semester wird dann die Fachrichtung studiert und das Grundstudium vertieft; allerdings ist es auch möglich, den staatlichen vom universitären Teil loszulösen und sogar die Klausuren des staatlichen Teils lassen sich auf bis zu drei Semester aufteilen. Aber das geht hier jetzt zu sehr ins Detail.

Zurück zur Frage: Ich habe mir vorgenommen, erst den staatlichen, dann den universitären Teil zu schreiben. Dadurch kann ich mich besser auf die Anforderungen konzentrieren und da ich nebenbei arbeite, kann ich mein Studium ein bisschen strecken. Ich belege im Semester nicht mehr als vier oder fünf Klausurenkurse – auf die konzentriere ich mich dann allerdings mehr. Somit habe ich zwar einen recht entspannten Stundenplan, jedoch ist es wichtig, auch selbstständig zu lernen. Verrückt machen muss man sich aber wahrlich nicht. Ich denke, wenn man sechs Tage die Woche inklusive beruflicher Nebentätigkeiten und der Veranstaltungen in der Uni jeden Tag ein paar Stunden – ca. den halben Tag – mit Pausen seine Freizeit aufopfert, kann man gut durchkommen, wenn man denn effektiv lernt.

Was magst du besonders gerne an deinem Studium?

Die Art und Weise zu denken! Juristen sind darin nämlich sehr eigenartig. Wir gehen super detailliert und kleinschrittig, und oft auch sehr hypothetisch vor, was einem echt liegen muss. Wenn man das allerdings kann und gerne tut, dann macht einem das Studium durchaus Spaß (wenn auch nicht jedes einzelne Themengebiet).

Womit musstest du erst lernen umzugehen?

Definitiv mit der ganzen Freiheit, die man als Student hat. Niemand wirft einem den Stoff hinterher, man muss sich selbst disziplinieren und in den Hintern treten, um Leistung erbringen zu können. Zwei Wochen vor der Klausur nochmal Vollgas geben und alles wiederholen ist übrigens voll okay, wenn man denn das Semester über aufgepasst hat.

Wie bewirbt man sich für den Studiengang?

Wie für alle anderen auch – außer es hat sich dort wieder was geändert? Hochschulstart, Bewerbung, Klips…

Was sind mögliche Berufe, die du mit einem Abschluss machen kannst?

Ganz klassisch natürlich Anwalt und – Prädikatsexamen vorausgesetzt – Richter. Aber als Jurist kann man überall anfangen. Sei es als Rechtsberater oder eben -anwalt in der freien Wirtschaft, in der Verwaltung, in der Rechtspflege an Gerichten oder auch bei irgendeinem kleinen Startup, ich denke, mit einem Jurastudium sind einem vom Aufgabenbereich her keine Grenzen gesetzt. Selbst der kleine Bäcker um die Ecke kann dieses Wissen hier und da sicher gut gebrauchen.

Du hast selbst schon Erfahrungen nach dem Abitur gemacht die anderen helfen könnten und möchtest diese teilen? Egal ob reisen, arbeiten, studieren oder eine Ausbildung: melde dich gerne bei uns per Email unter content@unime.academy, über Whatsapp unter 0163 4442181 oder allen Social Media Kanälen (Links findest ganz oben auf der Seite). Für Gastbeiträge zahlen wir eine Aufwandsentschädigung von bis zu 10€!

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