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Entscheidungen treffen

Viele Artikel bei uns handeln von bestimmten Wegen: Ausbildung, Studium oder Work and Travel. Damit diese eine Hilfe sein können muss man allerdings zunächst wissen, in welche Richtung es überhaupt gehen soll. Wenn du dich aber schon vom “Wegweiser” erschlagen fühlst und nicht weißt, wie du diese wichtige Entscheidung angehen sollst, ist hier der richtige Artikel für dich.

Wir treffen enorm viele Entscheidungen, jeden Tag knapp 20 000. Manche bewusst, manche unbewusst. Manche leichtfällig, manche schwerer. Für andere brauchen wir ewig oder entscheiden uns überhaupt nicht.

Wenn du auf unserer Seite bist und diesen Artikel liest, wirst du dich wahrscheinlich schwer tun mit einer ganz bestimmten Entscheidung: was mache ich nach dem Abitur? Dass dich diese Frage umtreibt ist kein Wunder, sie wird mindestens im nächsten Jahr deinen Alltag bestimmen- und dich wahrscheinlich für dein ganzes Leben prägen. Von diesem Gefühl solltest du dich aber nicht einschüchtern lassen.

Das Ende zuerst

Um die ganze Sache systematisch anzugehen, fangen wir mal andersherum an: Stell dir vor, du hast eine Entscheidung getroffen. In einem Jahr studierst du, bist im Ausland oder machst eine Ausbildung. Du kannst dich richtig entschieden haben und überglücklich sein. Oder du bist todunglücklich, weil du die vermeintlich falsche Entscheidung getroffen hast.

Letzteres ist aber auf keinen Fall empfehlenswert. Am Ende eines Entscheidungsprozess solltest du dich nie darüber ärgern, falsch gehandelt zu haben. Das ist Zeitverschwendung. Natürlich kann man aus Fehlern lernen und sollte sein Handeln kritisch hinterfragen. Alles darüber hinaus bringt dich aber nicht weiter. Am Ende des Entscheidungsprozess solltest mit der Entscheidung abschließen, dich vom Prozess lösen und weitermachen. Egal, ob es die vermeintlich richtige oder falsche Entscheidung war. So nimmst du dir auch den Druck. Es gibt keine schlechten Entscheidungen, nur schlechtes Entscheiden. Am schlimmsten ist es, überhaupt keine Entscheidung zu treffen. sondern sie immer weiter aufzuschieben.

Entscheidungsprozess

Nachdem du diese Denkweise verstanden hast und hoffentlich auch davon überzeugt bist, sollte dir der Prozess schon deutlich leichter fallen. Das ist natürlich nicht leicht und braucht vielleicht etwas Zeit. Dann kann die ganze Sache systematisch angegangen werden.

1. Am Anfang steht vor allem eins: Informationen sammeln.

Welche Wege und Möglichkeiten gibt es, was sind die Vor und Nachteile? Hierfür bietet sich natürlich UNIme an. Versuche so viele Infos wie möglich zu sammeln, damit dir nichts entgeht. Schreibe dir ruhig alles auf was du findest. Das hilft für den nächsten Schritt:

2. Reduziere deine Liste radikal.

Was kommt wirklich in Frage? Was passt wirklich zu dir? Eine Studie hat gezeigt, dass große Auswahl vor allem zu einem führt: man trifft überhaupt keine Entscheidung. Mach dir das Leben also leichter und schließe so viel wie möglich aus. Du kannst als erstes Gruppen aus ähnlichen Möglichkeiten bilden, um es dir leichter zu machen, möglichst viel zu streichen. Das wird dir natürlich nicht leicht fallen.

Wir alle kennen es, wenn plötzlich eine Option weniger da ist. Zum Beispiel beim Essen bestellen:

“Was möchtest du Essen, Pizza oder Chinesisch?”

“Ist mir egal, entscheide du.”

“Okay, dann bestellen wir Chinesisch.”

“Meinst du echt? Nicht doch lieber Pizza?”

Wenn du etwa die Hälfte aller Optionen gestrichen hast, ordne sie neu: Was passt am besten? Was ist die beste Möglichkeit? Solltest du wirklich denken, dass du  keine Präferenzen hast und es dir völlig egal ist, umso besser! Dann kannst hast du nichts zu verlieren und es ist völlig egal, wie du dich entscheidest.

Aber weil das recht unwahrscheinlich ist, geht es mit dem letzten Schritt weiter

3. Die eigentliche Entscheidung treffen.

Jetzt wird es ernst. Diesen letzten Schritt kann dir niemand abnehmen. Versuche, nicht nur eine reine Pro-Contra-Liste abzuarbeiten, sondern höre auch auf dein Bauchgefühl (leichter gesagt als getan, ich weiß). Die Schritte zuvor sollen dir die Entscheidung möglichst leicht machen und ihr eine Struktur geben, treffen musst du sie aber ganz allein.

Denk daran: egal welchen Weg du gehst, verschwende keine Zeit mit was-wäre- wenn-Gedanken und Überlegungen, ob es wirklich das Richtige war. Triff deine Entscheidung und zieh sie durch. Am Ende kannst du dir immer sicher sein, die zu diesem Zeitpunkt beste Entscheidung getroffen zu haben.

Wenn du mehr über das Thema Entscheidungsfindung lesen möchtest, empfehlen wir dir das Buch “Design your Life” von Bill Burnett & Dave Evans. Das Buch hat auch als Inspiration für diesen Artikel gedient.

Ich bin 19 Jahre alt und habe 2018 mein Abitur in der Nähe von Köln gemacht. Nach vielen Ideen und Plänen studiere ich jetzt im zweiten Semester Technische Bwl in München.

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