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Wartesemester endlich richtig verstehen

Was sind eigentlich Wartesemester? Um Wartesemester sammeln zu können muss man nicht, wie der Name vermuten lässt, rumsitzen und warten. Im Gegenteil: Reisen, FSJs und Ausbildungen wirken sich positiv auf die Anzahl der Wartesemester aus. Man kann also durchaus aktiv sein und seine Träume anderweitig verfolgen, um in den gewünschten Studiengang zu kommen. Wartsemester sind nämlich Semester (also Halbjahre) die man nach dem Abitur nicht an einer Uni immatrikuliert war. Man muss sich dafür in keine Liste eintragen, die Wartezeit wird bei jeder Bewerbung auf einen Studienplatz neu berechnet.

Ein weit verbreiteter Ansatz unter Medizistudierenden ist, erst eine dreijährige Ausbildung im medizinischen Bereich zu machen und in dieser Zeit schon Erfahrung und Wissen zu sammeln. Drei Jahre sind immerhin sechs Semester, die man sich dann anrechnen lassen kann.

So werden Studienplätze vergeben

Doch wie funktioniert nun die Auswahl der Unis? Die Wartesemester werden nicht mit dem Abischnitt verrechnet (nicht zu verwechseln mit dem NC), aus einem 2,0 Abi wird durch sechs Wartesemester keine 1,4. Die Unis haben verschiedene Auswahlverfahren, über die sie Bewerbende auswählen. Man kann also entweder über den Abischnitt zugelassen werden oder über die Anzahl der Wartesemester (oder über weitere Verfahren). In allen Fällen werden die „besseren“ bevorzugt, also Bewerberinnen und Bewerber mit besserem Abi oder mehr Wartesemestern.

Dabei kann man sich nicht aussuchen, über welche Quote man angenommen wird. Bei der Bewerbung müssen alle Daten angegeben werden und die Uni prüft für jedes einzelne Verfahren, ob eine Zulassung möglich ist. Es spielt aber auch nach der Zusage keine Rolle mehr, wer über welches Verfahren zugelassen wurde. Ab Beginn des Semesters gibt es die gleichen Erwartungen an alle Studierenden, ob nun mit besserem Abi oder längerer Wartezeit.

Wie viele Wartesemester brauche ich?

Das lässt sich leider nicht pauschal sagen, denn die nötige Wartezeit variiert zwischen Studiengang, Uni und Semester. Für eine Einschätzung veröffentlichen die Unis aber nach Beginn jedes Semesters lange Tabellen, auf denen man den NC findet und auch die Zahl der Wartesemester, mit denen noch Bewerberinnen und Bewerber angenommen wurden. Wie man sieht, kann man also durchaus aktiv sein und Lebenserfahrung sammeln, wenn man nach dem Abitur nicht gleich zugelassen wird.

Ich bin Noah, 21 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft in Berlin. Nach meinem Abitur 2016 habe ich einige Monate gearbeitet, um mir eine Reise nach Südostasien und Neuseeland zu finanzieren.

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