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Vorlesung, Tutorium, Seminar – was ist was?

In der Schule ist es relativ einfach, man hat nur eine Unterrichtsform. Zwar unterrichten manche Lehrerinnen und Lehrer mehr frontal, andere ketten Gruppenarbeit an Gruppenarbeit. Doch im Großen und Ganzen weiß man, was auf einen zukommt. Auch deshalb sind viele verunsichert, wenn sie das erste Mal von so vielen verschiedenen Lehrveranstaltungen an der Uni hören. Der Aufbau von Lehrveranstaltungen kann sich von Uni zu Uni und Studienfach zu Studienfach ändern, aber folgende Beschreibungen sind sicherlich eine gute Orientierung um zu wissen, was auf Einen zukommt.

Vorlesungen

Vorlesungen sind wohl die bekanntesten Unterrichtsformen an Unis. Man stellt sich den grauhaarigen Professor mit langem Bart vor, der einen geistreichen Satz nach dem anderen sagt. Einmal in der Uni angekommen, merkt man schnell, dass dieses Bild kaum der Realität entspricht. Fakt ist nur, dass Vorlesungen meistens von Professorinnen und Professoren gehalten werden. Die sind aber selten alt und allwissend. Manchmal übernehmen auch wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeitereinzelne Vorlesungen.

Der oder die Dozierende steht dabei in einem mehr oder weniger großen Hörsaal (die reichen von wenigen Dutzend Plätzen bis zu über 1000) und spricht zu einem Thema. Dabei wird dem Seminarplan gefolgt, der festlegt, was das Thema ist. Die Aufgabe der Studierenden ist mitzuschreiben, um sich am Ende des Semesters mit den Notizen auf Klausuren vorbereiten zu können. Dozierende lassen dabei unterschiedlich viel Raum für Fragen und Diskussionen.

Seminare

Mehr Raum für Fragen und Diskussionen gibt es in Seminaren. Diese werden meistens von wissenschaftlichen MitarbeiterInnen, Doktorandinnen oder Doktoranden gehalten. Damit die Fragen nicht ausufern und Diskussionen in einem angenehmen Rahmen stattfinden, sind Seminare deutlich kleiner als Vorlesungen. Abhängig von Thema und Studiengang können in Seminaren auch mal unter zehn Studierende sitzen – das ist aber zugegebenermaßen eher selten. Meistens sind es etwas mehr als 30 Studierende, also etwas größer als eine Schulklasse. Themen in Seminaren sind oft spezifischer als in Vorlesungen, man beschäftigt sich also mit einem kleineren Thema und damit auch noch tiefer. Doch auch hier gibt es ein Kernthema, auf das sich die einzelnen Sitzungen beziehen.

Tutorien

Tutorien dienen zur Vertiefung des Stoffes aus der Vorlesung, sie richten sich also nach den Inhalten, die in der Vorlesung besprochen wurden. Damit das auch möglichst effektiv funktioniert, gibt es meistens mehrere Tutorien zu einer Vorlesung. Dadurch können sich die Studierenden aufteilen und es entsteht eine angenehmere Lernatmosphäre. Mitunter sind Tutorien aus diesem Grund auch platzzahlbeschränkt und man muss etwas Glück haben, um einen Platz zu kriegen. Wie Seminare, werden Tutorien in den seltensten Fällen von Professorinnen und Professoren gehalten, sondern von wissenschaftlichen MitarbeiterInnenn oder Studentischen Hilfskräften.

Übungen

Hier ist es schwer, Übungen pauschal zu beschreiben. Manchmal werden Übungen von Professorinnen oderProfessoren geleitet und sind dementsprechend größer, an anderen Unis sind Übungen eigentlich eher wie Tutorien aufgebaut. An wieder anderen Unis und Studiengängen gibt es wiederum gar keine Übungen.

Methodenkurse

Methodenkurse werden häufig in Jura (aber auch in anderen Studiengängen) angeboten und beschäftigen sich – wieder Name sagt – vorwiegend mit Methodik. Man bespricht also, wie z.B. Gutachten oder Hausarbeiten geschrieben werden, wie man recherchiert etc. In anderen Studiengängen gibt es besondere Seminare, in denen solche Inhalte besprochen werden oder dies geschieht im Rahmen des Mentoringprogramms.

Ich bin Noah, 21 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft in Berlin. Nach meinem Abitur 2016 habe ich einige Monate gearbeitet, um mir eine Reise nach Südostasien und Neuseeland zu finanzieren.

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