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Uni Alphabet – Alle wichtigen Begriffe erklärt

A Akademische Viertelstunde Besonders in den Gesellschaftswissenschaften fangen Veranstaltungen meistens 15 Minuten nach der angegebenen Zeit an und hören 15 Minuten früher auf. Man unterscheidet zwischen „c.t.“, bei diesen Veranstaltungen geht es 15 Minuten später los und „s.t.“, diese Veranstaltungen beginnen zu der angegebenen Zeit.
Alumni Absolvent/innen einer Uni, also Studierende, die schon einen Abschluss haben.
Anwesenheitspflicht An der Uni sind nicht alle Veranstaltungen anwesenheitspflichtig. Es schwankt von Studiengang zu Studiengang, ob Anwesenheitspflicht besteht und wie stark diese kontrolliert wird. Meistens gibt es Kontrollen nur für Übungen oder Tutorien, weil die Plätze dort stark beschränkt sind.
Asta Der Asta ist der Allgemeine Studierendenausschuss und setzt sich für die Belange der Studierenden ein, organisiert z.B. das Semesterticket und vertritt die Studierenden gegenüber der Hochschulverwaltung.
Auslandssemester Ein Semester an einer Uni im Ausland, z.B. über das Erasmus Programm.
B Bachelor Der erste Abschluss, den man an der Uni machen kann. Wird seit der Bologna Reform in Bachelor of Arts (B.A.) und Bachelor of Science (B.Sc.) unterteilt.
Bafög Bafög ist ein Zuschuss vom Staat für Studierende, deren Eltern das Studium nicht ohne weiteres finanzieren können.  Die Höhe der Förderung richtet sich dabei nach dem Einkommen und Vermögen der Eltern und des Studierenden. Die Zahlungen sind zur Hälfte ein zinsloser Kredit, es müssen also 50% zurückgezahlt werden.
Bib Die Bibliothek, wird im Semester von den wenigsten genutzt und entwickelt sich in der Prüfungsphase zum Lebensmittelpunkt der allermeisten. Manche suchen hier nach Büchern, andere nach einem Ort um ungestört von Mitbewohner/innen und Familie zu lernen.
Bier Ist aus dem Studierendenleben nicht wegzudenken. Wird gerne (zu) viel und in Gesellschaft getrunken.
Bologna-Reform 2010 umgesetzte Reform der Lehre an Unis, mit der u.a. Bachelor, Master und ECTS eingeführt wurden.
C Campus Der Ort, wo die Uni ist. Es gibt sog. Campus-Unis, dort sind alle Gebäude sehr nah beieinander (z.B. in Essen). An anderen Unis sind die Gebäude über die ganze Stadt verteilt (z.B. Münster, Gießen).
CHE-Ranking Ein Ranking, bei dem CHE und ZEIT die deutschen Unis nach verschiedenen Kriterien beurteilen. Hilft bei der Wahl der richtigen Uni enorm! Hier findest du das Ranking.
D Diplom Abschlusstitel, der seit der Bologna-Reform nicht mehr verliehen wird.
Dissertation Auch kurz „Diss“ genannt. Ist der akademische Name für die Doktorarbeit.
Dozent/in Dozent/innen sind die Lehrer/innen der Unis und können Profs, Doktorand/innen oder Tutor/innen sein.
E ECTS European Credit Transfer System. Die Punkte sollen Studiengänge europaweit vergleichbar machen, sodass einheitlich geregelt ist, für welchen Aufwand man welche Anzahl an Leistungspunkten kriegt. Für einen Bachelor braucht man i.d.R. 180 ECTS.
Ersti Abkürzung für „Erstsemester“, also Studierende, die gerade mit dem Studium angefangen haben.
Exmatrikulation Das Gegenteil von Immatrikulation. Wer das Studium abbricht muss sich exmatrikulieren.
F Fachschaft Zusammenschluss von Studierenden aus dem gleichen Fachbereich (also z.B. Psychologie, Pferdewissenschaft o.ä.). Die Fachschaften setzen sich für ihre Interessen ein, organisieren Partys oder bieten Beratung für Studierende an. Wie engagiert eine Fachschaft ist, hängt immer von ihren Mitgliedern ab.
Fachsemester Die Anzahl an Semestern, die man in einen bestimmten Studiengang eingeschrieben ist. Wer z.B. nach dem 2. Semester BWL abbricht und Psychologie anfängt, beginnt wieder im 1. Fachsemester, ist allerdings im 3. Hochschulsemester.
Fakultät s. Fachbereich
Fernstudium Nicht alle Studiengänge haben Präsenzzeit, also Veranstaltungen, für die man in der Uni sein muss. Beim Fernstudium bekommt man das Material von der Uni zugesandt und lernt selbstständig oder über online-Kurse.
Freunde Helfen einem in jeder Lebenslage und machen selbst die langweiligsten Vorlesungen erträglich. Findet man an der Uni schneller als man denkt.
G G8 Die Verkürzung der Schulzeit von 13 auf 12 Jahre, das Abitur bekommt man seit der Umstellung von G9 auf G8 also schon nach 8 Jahren auf dem Gymnasium.
Grundständiges Studium Studiengänge, die zu einem ersten Abschluss führen, also alle Bachelor-Studiengänge.
Grundstudium Erster Abschnitt eines Diplomstudiums.
H Habilitation Die Prüfung, um den Titel „Professor/in“ tragen zu dürfen. Ein Doktortitel ist Voraussetzung.
Hauptstudium So wurde vor der Bologna-Reform der Studienabschnitt nach dem Grundstudium genannt, hier konnten sich Studierende auf ein bestimmtes Feld in ihrer Disziplin spezialisieren.
Hausarbeit Eine Prüfungsform, für die man eine bestimmte Fragestellung sehr ausgiebig bearbeitet. Dazu gehört Literaturrecherche und natürlich der Schreibprozess. Wird meistens erst kurz vor Abgabe geschrieben. Den letzten Fehler findet man grundsätzlich erst nach dem Druck.
Hausaufgaben Gibt es (zum Glück) nur in wenigen Studiengängen. Trotzdem wird von Studierenden erwartet, den Stoff selbstständig nachzuarbeiten.
Hochschulpolitik s. Studierendenparlament
Hochschulsemester s. Fachsemester
Hörsaal Großer Raum, in dem Vorlesungen stattfinden. Wird von manchen als Schlafzimmer missverstanden.
I Immatrikulation So wird die formale Anmeldung an einer Uni genannt. Ohne Immatrikulation ist man kein/e Student/in.
J Jobben Ist für die meisten neben der Uni leider Pflicht, um genug Geld zur Verfügung zu haben.
K Klausur Wie in der Schule, nur mehr Aufwand. Mag niemand.
Kneipen Zweites Wohnzimmer für Viele, besonders wenn das Bier billig ist.
Kolloquium Mündliche Prüfungen werden manchmal so bezeichnet, im Uni-Kontext sind meistens jedoch eher Treffen von Doktorand/innen gemeint, die sich über ihre wissenschaftlichen Arbeiten austauschen und gegenseitig Feedback geben.
Kommiliton/in Bezeichnung für Mitstudierende. Quasi wie „Mitschüler/in.“
L Leistungspunkte s. ECTS
M Master Kommt nach dem Bachelor.
Matrikelnummer Ist für individuell und wird von der Uni für bürokratische Zwecke vergeben. Muss man z.B. bei Klausuren angeben.
Mensa Hier gibt es (mehr oder weniger) leckeres Essen, meistens jedoch billiges und am Campus.
Mentor/in Studierende aus höheren Semestern begleiten Erstis in den ersten Wochen und stehen als Ansprechpartner/in zur Verfügung.
Modul Fasst mehrere Veranstaltungen zum gleichen Thema zusammen, um das Modul abzuschließen, muss man genügend Veranstaltungen besucht haben. Bsp.: Zum Modul „Politische Theorie“ gehören die Vorlesungen „Politische Ideengeschichte“ und „Moderne Politische Theorie“ sowie das Seminar „African Political Thought.“
Modulplan Gibt vor, welche Module man in welchem Semester wählen kann/muss. Das ist von Uni zu Uni unterschiedlich, manchmal sind Modulpläne auch in der Studienordnung festgehalten.
N Nacharbeiten Sollte man Vorlesungen und Seminare immer, tut man seltener als man sich zu Beginn des Semesters vorgenommen hat.
NC Numerus Clausus, auf Deutsch Zulassungsbeschränkung. Der NC sagt aus, welches die schlechteste Note ist, mit der Studierende im letzten Semester zugelassen wurden. Der NC wird oft missverstanden, hier findest du alle Infos, die du brauchst.
O O-Woche Orientierungswoche, meistens die erste Woche nach Semesterbeginn. In dieser Woche gibt es zahlreiche Einführungsveranstaltungen für Erstis, außerdem Stadtführungen (meistens mit Alkohol) und generell die Möglichkeit, die zukünftigen Kommiliton/innen kennenzulernen.
P PhD Die englische Bezeichnung für den Doktortitel. Häufig hört man von Menschen, die „gerade ihren PhD machen.“ Diejenigen sind normale Doktorand/innen und schrieben ihre Doktorarbeit.
Praktikum Sind meistens schwer zu finden und schlecht bezahlt. Wenn es nach Unternehmen geht müsste man in allen Semesterferien gleich mehrere machen.
Professor/in Sind alte Männer mit weißem Bart – denkt man, bis man in der ersten Vorlesung sitzt. Professor/innen forschen und lehren an der Uni, manche besser als andere.
Prüfungsbüro/-amt Regelt alles, was mit Prüfungen zu tun hat, also Termine, Noten und Zeugnisse.
Prüfungsordnung Regelt die Prüfungsformen, ist meistens in der Studienordnung integriert. Dort steht z.B., ob man in einer Vorlesung eine Klausur schreiben muss oder ob man auch eine Hausarbeit schreiben kann.
Q Quartal An Unis außerhalb Deutschlands gibt es häufig keine Semester (=Halbjahre) sondern Quartale, das Jahr wird also in vier Abschnitte gegliedert. Meistens schreibt man dementsprechend öfter Klausuren.
Quote Für die Zulassung an Unis gibt es drei verschiedene Quoten, nach denen Studierende ausgewählt werden: Abiturbeste, Wartezeit und Auswahlverfahren der Unis.
R Referat Referate an der Uni sind fast wie in der Schule: auf den letzten Drücker gemacht und niemand hat so richtig Lust drauf. Vor allem muss man Quellen noch gründlicher nachweisen – Wikipedia im Literaturverzeichnis sieht kein/e Dozent/in gerne…
Regelstudienzeit Für einen Bachelor meistens 6 Semester (also 3 Jahre), in dieser Zeit kann man sein Studium beenden. Viele studieren etwas länger, z.B. wegen eines Auslandssemesters oder weil sie nebenbei arbeiten müssen.
S Schein Bescheinigen bestandene Prüfungen oder die Teilnahme an Veranstaltungen. Scheine wurden früher noch in Papierform ausgegeben, heute passiert das meistens elektronisch. In einigen Studiengängen wird zwischen Leistungs- (Klausur oder Hausarbeit) und Teilnahmeschein (Anwesenheit, Referat, Protokoll) unterschieden.
Semesterbeitrag s. Studiengebühren
Semesterferien Sind keine Ferien, wie man sie noch aus der Schule gewöhnt ist. In dieser Zeit stehen Hausarbeiten an und es werden Klausuren geschrieben.
Seminar Ist eine Veranstaltungsform. Meistens kleiner als Vorlesungen, wodurch es mehr Beiträge von Studierenden gibt. Das ist aber von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich.
SHK Abkürzung für „Studentische Hilfskraft“, unterstützt Professor/innen.
Sprechstunde Wird von Dozent/innen angeboten, um Fragen zu klären, z.B. das Thema der Hausarbeit.
Stipendium Klingt unerreichbar, ist es aber häufig nicht. Mehr Infos hier.
Studiengebühren Gibt es in Deutschland keine, nur den sog. Semesterbeitrag. Dieser beinhaltet Kosten für das Semesterticket und Beiträge zum Asta o.ä.
Studienordnung Regelt den Aufbau des Studiums, z.B. welche Module man belegen muss.
Studierendenparlament Wählt und beauftragt den Asta und wird von allen Studierenden der Uni gewählt. Es gibt verschiedene Parteien (die sich meistens „Listen“ nennen), die sich, wie in der „echten“ Politik, für unterschiedliche Ziele einsetzen.
Studierendenwerk Übernimmt sehr vielfältige Aufgaben, z.B. Betreiben von Mensen und Wohnheimen, Hilfe bei der Finanzierung oder Bereitstellung eines psychologischen Service.
SWS Semesterwochenstunde. Im Vorlesungsverzeichnis steht, wie viel Zeit eine Veranstaltung in Anspruch nimmt. 2 SWS heißt also, dass man für dieses Semester zwei Stunden pro Woche in der Veranstaltung ist. Vor- und Nachbereitung werden nicht eingerechnet.
T Testat Bezeichnung für eine Prüfung (mündlich oder schriftlich), vor allem in den Naturwissenschaften.
Tutorium Veranstaltungsform, in der meistens Studierende aus höheren Semestern den Stoff noch einmal aufbereiten.
Ü Übung In Übungen wird der Stoff aus der Vorlesung geübt, also Aufgaben besprochen und Fragen beantwortet. Meistens gibt es mehrere Übungen zu einem Thema, damit die Gruppen kleiner sind.
U Umziehen Müssen/dürfen viele Studierende, weil sie einen Studienplatz weit weg von der Heimatstadt bekommen haben.
Urlaubssemester Muss von der Uni genehmigt werden, z.B. im Falle einer längeren Krankheit oder eines Auslandssemesters. In Urlaubssemestern laufen die Fachsemester nicht weiter, nur die Hochschulsemester. Dadurch kann man den Bachelor in Regelstudienzeit abschließen, obwohl man ein halbes Jahr im Ausland war.
V Vorlesung Die wohl bekannteste Veranstaltungsform. Der/die Professor/in steht vorne und redet zu einem Thema.
Vorlesungsfreie Zeit Zeit, in der keine Veranstaltungen stattfinden. Meistens liegen die Prüfungen in dieser Zeit am Ende des Semesters und man verbringt den Tag statt im Hörsaal in der Bib.
Vorlesungsverzeichnis Hier finden sich alle Veranstaltungen für das aktuelle Semester, damit kann man seinen Stundenplan zusammenstellen und bekommt einen Überblick, was überhaupt angeboten wird.
W Wartesemester Anzahl Semester (also Halbjahre) die man seit dem Abitur nicht an einer Uni eingeschrieben war. Einen ausführlichen Artikel dazu findest du hier.
WG Abkürzung für Wohngemeinschaft. WGs können alles sein, vom absoluten Glücksgriff bis zur totalen Katastrophe. Meistens hat man jedoch keine andere Wahl, als sich Mitbewohner/innen zu suchen.
Wohnheim Häuser, in denen ausschließlich Studierende leben, man teilt sich meistens Küche und/oder Bad. Wohnheimplätze sind heiß begehrt, weil sie in der Theorie günstiger sind als eine eigene Wohnung. In der Praxis ist das leider nicht immer der Fall.
Z Zeitmanagement Schwer zu lernen, aber dringend notwendig, wenn man Freunde, Hobbies und gute Noten unter einen Hut bekommen möchte.
ZVS Zentrale Vergabestelle, vergibt Studienplätze in den Fächern Medizin, Zahnmedizin, Tiermedizin und Pharmazie.

Ich bin Noah, 21 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft in Berlin. Nach meinem Abitur 2016 habe ich einige Monate gearbeitet, um mir eine Reise nach Südostasien und Neuseeland zu finanzieren.

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