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NC – endlich verständlich

NC ist die Abkürzung für ‚Numerus Clausus‘. Er ist allerdings nicht, wie viele denken, das gleiche wie die Abiturnote. Der Abischnitt setzt sich nämlich aus den Noten zusammen, die du im Laufe der Oberstufe gesammelt hast. Der NC wiederum bezeichnet die Note, mit der der „schlechteste“ Bewerber im letzten Semester einen Studienplatz bekommen hat.
Deshalb kann man auch nicht pauschal sagen, „den NC für einen Studiengang zu haben“. Dieser setzt sich immer erst zusammen, nachdem alle Studienplätze vergeben wurden. Somit ist der NC zwar ein Richtwert, an dem man sich orientieren kann, man muss aber bedenken, dass er sich ändern kann – zum eigenen Glück, aber auch zum Nachteil.

Wozu der ganze Aufwand?

Doch wofür macht man überhaupt einen Unterschied? Unis können einzelne Studiengänge mit einem NC belegen, wenn die Nachfrage an Studienplätzen das Angebot überschreitet. Dabei wird argumentiert, dass die Uni nur eine gewisse Anzahl an Studierenden aufnehmen kann, da Lehrpersonal und Räumlichkeiten begrenzt sind. Damit Unis die Qualität ihrer Ausbildung garantieren können, beschränken sie dann die Zahl der Studierenden. Daran gibt es jedoch auch immer wieder Kritik, denn die Beschränkung von Plätzen muss immer gegen das Grundgesetz abgewogen werden, dass allen Bürgerinnen und Bürgern die freie Wahl der Ausbildungsstätte zusichert.

Kritik am NC

Die Kritik richtet sich vor allem daran, dass die Abinote als einziges Kriterium willkürlich sei. Wer in einer Prüfung im Abi Pech hatte oder Probleme mit einem Lehrer, dem kann dadurch mitunter das Traumstudium verwehrt bleiben. Unter anderem deshalb wird immer wieder gefordert, auch andere Kriterien in die Auswahl einfließen zu lassen – zum Beispiel könnte die Mathenote bei einer Bewerbung für Informatik höher gewichtet werden. Die Universitäten halten dagegen, dass mit aufwändigen Tests auch der Aufwand steigt und damit die Kosten für Bewerber. So müssen zum Beispiel schon heute die Kosten für den Medizinertest von den Bewerberinnen und Bewerbern getragen werden.
Das Thema wird wohl noch viele Jahre aktuell bleiben, denn eine Lösung ist auch 50 Jahre nach der Einführung noch nicht in Sicht.

Ich bin Noah, 21 Jahre alt und studiere Politikwissenschaft in Berlin. Nach meinem Abitur 2016 habe ich einige Monate gearbeitet, um mir eine Reise nach Südostasien und Neuseeland zu finanzieren.

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